En d'r Lenge Nööse ess emmer jätt jebacke, herzlich willkommen lieber Gast

Met Alaaf et Dörp erop und eraaf!

 

In Linden-Neusen, so sagt man mit Fug und Recht, ist immer etwas gebacken. Diese volkstümliche Redensart weist nicht nur auf die Großbäckerei Kronenbrot hin, die bis zum heutigen Tage ihren Hauptsitz in Neusen hat und wo sie 1865 als Bäckerei Mainz gegründet wurde, sondern steht auch für die vielfältige Brauchtumspflege des Doppelortes.

Linden-Neusener Backkunst erfreut heutzutage nicht nur in aller Herrenländer die Herzen sondern auch weiterhin innerhalb des früheren Straßendorfes. Da sind es insbesondere die leckeren Brezeln und Weckmänner, die alljährlich nach dem Martinszug und Nikolausrundgang die Kinderherzen und –gaumen ebenso erfreuen wie Muutze und Puffele an Fastelovend. Kein Wunder also, wenn in Linden-Neusen auch die Karnevalsprinzen und Prinzessinnen „gebacken“ werden. Aber alles zu seiner Zeit; d.h. in d'r Lenge meistens: "Wir backen noch am neuen Prinzenpaar“, wenn anderenorts schon die Tollitäten proklamiert werden. Denn bevor das Komitee für Karneval im Brauchtumsverein Linden-Neusener Klöös mit der traditionellen Galasitzung im November die fünfte Jahreszeit einläutet, organisieren die Klöös der Abteilung Martins- und Nikolausbrauchtum in Zusammenarbeit mit der Grundschule und dem Kindergarten das Erinnerungsfest an den heiligen Martin. In der Pfarrkirche Sankt Nikolaus treffen sich Jung und Alt, um nach feierlichem Auftakt alle Fackeln zu entzünden und im hellen Laternenmeer mit Sankt Martin – hoch zu edlem Ross - zum Martinsfeuer mit klingendem Spiel und traditionellem Gesang zu ziehen. Nicht nur im wohligen Feuerschein strahlen die Kinderaugen heller denn je, sondern auch bei der Ausgabe der über 600 schmackhaften ofenfrischen Brezeln.

Kaum ist das Martinsfeuer in der Pützgracht erloschen und kaum später die ersten Alaaf-Rufe erklungen, da steht schon das nächste Brauchtumsfest an. Am 06. Dezember feiert Sankt Nikolaus seinen Namenstag und dies ist in Linden-Neusen ein besonderes Fest. Schließlich gilt es den Pfarr- und Vereinspatron der Klöös zu ehren. Unter der Regie des Ehrenvorsitzenden Willi Stollenwerk wurde noch vor der Gründung der Klöös im Jahre 1981 der beliebte Nikolausrundgang am Nikolausabend ersonnen. Sankt Nikolaus und seine schwarzen Gesellen ziehen ab Dämmerung durch die Pfarre Sankt Nikolaus, um den Kindern fernab von jeglichem Nikolauskommerz einen knusprig frischen Weckmann, den man bei den Klöös „Kloosmann“ nennt, zu bringen. Viele Kinder erwarten den Heiligen Mann mit hell erleuchtetem Fenster, damit er sie bloß nicht vergisst und vorbeigeht. Besonders brave Kinder konnten viele Jahre den Heiligen Mann dann noch ein weiteres Mal bei der Nikolausfeier der Klöös im Pädagogischem Zentrum des Heilig Geist Gymnasiums Broich bzw. vorher im Saale Schwartz erleben.

Im November 1990 avancierte das Heilig Geist Gymnasium Broich anlässlich der Galasitzung erstmalig zum närrischen Regierungsviertel als die Klöös unter dem Motto: „An der Wiege der Pfarre, do viere nu de Narre“ die Turnhalle zur stimmungsvollen Narrhalla herrichteten. Hier eröffneten sich Dank großherziger Unterschützung der Verantwortlichen im Heilig Geist Gymnasium und des Klosters Broich sowie der tatkräftigen, idealistischen Arbeit zahlreicher Fastelovendsjecke neue Perspektiven für den Ausbau des Bühnenkarnevals. Insbesondere die Qualität der Galasitzung und der stattliche Tanznachwuchs der Mariechen und Garden konnten zunächst von den neuen Rahmenbedingungen profitieren und ließen die Klöös weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden. 1993 erstürmten die Klöös sogar die neue Sporthalle, die sie zu Galasitzungen prächtig dekorierten, bis zum vorigen Sessionsauftakt ein spektakulärer Auftakt in der Aula des städtischen Gymnasiums gelang und dieses Topereignis nun in der besten Veranstaltungsstube Würselens beheimatet ist.

Spitzenereignisse sind auch die Jugendkostümfeten am Fettdonnerstag und Karnevalsfreitag, die in enger Zusammenarbeit mit der SV des HGG's und den Vertrauenslehrern organisiert, begleitet und betreut wurden und werden. Ein Spektakel bester Art in ausgelassener und harmonischer Stimmung seit man 1990 ins HGG umzog, wo in der kommenden Session zum dritten Male ein Zelt aufgeschlagen wird, um das Linden-Neusener Narrenschiff bis zur "After-Zoch-Party" am Tulpensonntag mit vielen fleißigen Klöös auch weiterhin auf stürmischen Wogen der Ausgelassenheit meisterlich zu segeln.

Das Herz der Klöös gilt neben den Kindern und Jugendlichen insbesondere aber auch den Senioren des gesamten Stadtgebietes und dies schon seit über 2 Jahrzehnten. Im Traditionssaal Mennicken in Vorweiden treffen sich unter der Klöös-Flagge die Karnevalisten Würselens aus beinahe allen Vereinen und Pfarren zum närrischen Stelldichein und einer 4 stündigen Non-Stop-Show. Das auch hier wieder was gebacken ist, versteht sich fast von alleine. Die Klöös Damen verwöhnen die fidelen Senioren, die sich zum Teil schon Stunden vor Beginn einfinden, mit selbstgebackenem Kuchen und die Komiteeler servieren e Köppche beste Bohne dazu. Im Klööskalender steht schon seit den 60er Jahren (unter der Interessengemeinschaft Linden-Neusener Karneval) als weiterer Seniorennachmittag das Gastspiel im Haus Serafine in Weiden fest notiert und die Klöös machen hierzu stets närrisch mit Glanz und Gloria mobil.

Die heiße Phase des Linden-Neusener Karnevals beginnt am 3. Samstag im Januar mit dem Dorfabend bei dem die Bühnenasse des Linden-Neusener Karnevals ihr Können zeigen in Puncto jeckem Klaaf, Tanz und Gesang wie es zum guten Sitzungskarneval gehört. Auch werden die amtierende Tollitäten verabschiedet und die neuen Regenten proklamiert und besteigen nun den Linden-Neusener Narrenthron. Nicht selten wurde erst auf dem letzten Drücker ein neuer Prinz oder ein neues Prinzenpaar als Narrenregent(en) von Linden-Neusen zu Broich „gebacken“ und so manches Tänzchen und Kostüm, mancher Vortrag und Orden....wurde  „mit heißer Nadel“ gerade noch rechtzeitig zum närrischen Dorfabend fertiggestellt. Zeit zum Ausruhen ist dann in Linden-Neusen im närrischen Stundenplan kaum noch vorgesehen. Der Kostümball am Karnevalssamstag läutet bereits den Tulpensonntag als den Sessionshöhepunkt ein und wird ab 2007 in neuem Glanz in einem gemütlichen Festzelt neu erstrahlen.

Höchste närrische Mobilmachung ist dann im Doppelort am Tulpensonntag bereits zur Mittagszeit mit der Zugaufstellung angesagt. Mit Begeisterung und Einfallsreichtums sind die Ortsvereine, Freundeskreise, Kegelclubs, Grundschüler u.v.a. im bunten Treiben und in allen Altersgruppen vertreten. Ein illusterer, bützender und ausgefallen lärmender Narrenwurm, vereint mit den musikalischen Gastvereinen und ihrem klingenden Spiel, schlängelt sich „Met Alaaf et Dörp erop un eraaf“, durch den Doppelort, um die Tollitäten auf ihrer Jubelfahrt zu begleiten und ihnen zu huldigen, wie es erstmals am Tulpensonntag 1965 der Fall war. „Klein aber besonders fein!“, so heißt es oft am Rande des Weges im Urteil über die rund 4 Kapellen, 4 Wagen und 18 Fußgruppen in der Prinzenbegleitung, die allesamt auch mit ihrem Wurfmaterial glänzen. In den gut 2 Stunden der närrischen Parade vom Aufstellungsort bis zur Auflösung im Heilig Geist Gymnasium Broich kann der mobile Zuschauer gleich dreimal rufen: „D'r Zoch kött!“ ehe der Stimmungspegel beim Zugausklang im HGG den Höchststand erreicht. Unter dem Jubel des närrischen Volkes halten dann Prinz und Prinzessin oder wie in diesem Jahr erstmalig ein Damendreigestirn umjubelten Einzug in das Festzelt und jeder singt und schwelgt, dass er einmal gern ein schmucker Prinz im Karneval sein möchte. Schon 35 Mal haben Narrenregenten ihr Wort gehalten und sich und den Linden-Neusener Narren diese Freude gemacht und den Boden bereitet für eine gute karnevalistische Zukunft im Doppelort im Einklang und Austausch mit allen Fastelovensjecke va Wöschele.

Wir laden Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.

"us Spass an d'r Freud" !

Hans Sinken  - Präsident -

am 26.November 2006 anläßlich des Ehrenabends der Klöös zu ihrem Silberjubiläum im Restaurant Albatros Würselen-Merzbrück 

   

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